Servus, Bosporus! » Porträtiert http://reporterreisen.com/servus-bosporus Reporter reisen an den Bosporus Fri, 13 Sep 2013 19:20:44 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v=3.5.1 Ein Bratscher sucht das Abenteuer http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/07/15/ein-bratscher-sucht-das-abenteuer/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=ein-bratscher-sucht-das-abenteuer http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/07/15/ein-bratscher-sucht-das-abenteuer/#comments Mon, 15 Jul 2013 16:31:59 +0000 Karl Grünberg http://auf3th.de/servus-bosporus/?p=1053 Wer in Istanbul überleben will, muss taff sein. Das ist das Motto des deutschen Musikers Ulrich Mertin, der von Berlin-Neukölln an den Bosporus gezogen ist. Die Begegnung mit einem Bratscher, der die klassische Musik gegen elektronische Experimente und den Konzertsaal gegen Clubs eingetauscht hat.

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Musik, Chaos, Istanbul

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Kiezleben auf Türkisch http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/07/15/kiezleben-auf-tuerkisch/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=kiezleben-auf-tuerkisch http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/07/15/kiezleben-auf-tuerkisch/#comments Mon, 15 Jul 2013 16:01:37 +0000 Jenny Becker http://auf3th.de/servus-bosporus/?p=1085 Früher war Cornelia Reinauer die Bürgermeisterin des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Seit einigen Jahren lebt sie in Istanbul.

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Ex-Bürgermeisterin Cornelia Reinauer auf ihrem Balkon im Szeneviertel Beyoğlu (Foto: Jenny Becker)

Ex-Bürgermeisterin Cornelia Reinauer auf ihrem Balkon im Szeneviertel Beyoğlu
Foto: Jenny Becker

Wenn Cornelia Reinauer ihre Wohnung verlässt, schrumpft Istanbul zusammen. Die 13 Millionen Metropole wirkt plötzlich sehr klein. „Cornelia!“, ruft es von einem Cafétisch aus einer Gasse herüber. Motorräder und streunende Katzen huschen vorbei. Eine Dame mit roter Mähne sitzt vor einem Glas Schwarztee und winkt. Es ist eine türkische Galeristin, eine Freundin. Cornelia Reinauer wechselt ein paar Worte auf Türkisch, ja, sie wird am Abend zur Ausstellungseröffnung kommen. Ein gehauchter Wangenkuss, dann geht es weiter durch Beyoğlu, das Zentrum auf der europäischen Seite des Bosporus. Hier lebt Cornelia Reinauer seit sechs Jahren, hier ist Istanbul keine Großstadt, sondern einfach ihr Kiez.

Reinauer (links) beantwortet den Studenten der Mimar Sinan Universität Fragen zu Berlin (Foto: Jenny Becker)

Ihr anderer Kiez liegt 2000 Kilometer entfernt. Vier Jahre lang war Cornelia Reinauer Bürgermeisterin des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Jenem Stadtteil, der als größte türkische Enklave außerhalb der Türkei gilt. 2006 verlor sie die Wiederwahl für die Linke – und zog nach Istanbul. „Ich bin bewusst gegangen. Ich lebe ja in Kreuzberg und hätte die Entscheidungen des neuen Bürgermeisters ständig bewertet.“ Ein befreundetes Ehepaar wanderte gerade aus und sagte: Komm doch mit! Die Entscheidung fiel leicht. Sie war 54, ungebunden, hatte plötzlich Freizeit und eine Pension als vorzeitig verrentete Landesbeamtin. Seit ihrem ersten Besuch in Istanbul wollte sie sowieso irgendwann hier leben. Das war 1981. Damals arbeitete sie als Bibliothekarin und kaufte Bücher, um in Kreuzberg eine türkische Bibliothek aufzubauen. Bis heute liebt sie an Istanbul eines besonders: „Hier geht es nicht darum, wer wen integriert. Hier existieren unterschiedliche Lebensformen nebeneinander.“

„Hallo!“, ruft es vom anderen Gehweg. Eine Nachbarin, die türkische Schauspielerin Jale Arikan, kommt die Straße herauf. Sie spielt in deutschen Serien wie „Tatort“ mit, jetzt wohnt sie nur wenige Ecken von der Ex-Bürgermeisterin entfernt. Sie verabreden sich für den Galerieabend. „Beyoğlu ähnelt Kreuzberg“, findet Cornelia Reinauer. „Kreativszene, teure Läden, Subkultur. Eine gute Mischung.“ In knallgrünem Filzmantel und dreieckigen Ohrringen eilt sie in Richtung Bosporus. Ein bisschen Paradiesvogel, ein bisschen Politikerin. Sie ist spät dran für ihren Termin an der Mimar Sinan Universität. „Aber hier ist niemand pünktlich.“ Also trinkt sie noch einen Kaffee in einem Hafen-Café, das sie neulich auf einem Spaziergang entdeckt hat.

„Jetzt mache ich nur noch Arbeit, die mir Spaß macht“

Sie läuft gern durch die steilen Gassen von Istanbul. Am liebsten dorthin, wo sie auf den Bosporus schauen kann. In der Nähe ihrer Wohnung kennt sie alle Panorama-Restaurants. Die Vorliebe für Spaziergänge und den Blick aus der Höhe – vielleicht stammt sie noch aus ihrer alten Heimat. Cornelia Reinauer wuchs auf der Schwäbischen Alb auf. Die bewaldeten Hänge begannen direkt hinter dem Haus, die Familie ging oft wandern.

Als Bürgermeisterin blieb keine Zeit für lange Spaziergänge. Arbeitstage von 9 bis 23 Uhr, Wochenenden inklusive. „Jetzt mache ich nur noch Arbeit, die mir Spaß macht“, sagt sie und es klingt trotzig. Ihr Ehrenamt hält sie beschäftigt. 2008 hat sie den Verein Forum Berlin Istanbul mit gegründet, der Austauschprojekte fördert.

Als Netzwerkerin ist sie auch heute unterwegs. Als sie den Seminarraum der Mimar Sinan Universität erreicht, eine halbe Stunde zu spät, sitzt ein Dutzend Studenten plaudernd an einem Carré aus Tischen. Es sind künftige Stadtplaner, die Reinauer demnächst auf eine Exkursion nach Berlin begleiten wird. Sie sollen dort lernen, wie man behutsam saniert und wie man Bürger bei Planungen beteiligt. Zwei für Istanbul ungeheuerliche Dinge. Reinauer pendelt oft zwischen den Städten und fühlt sich in beiden zu Hause. Die Kreuzberger Wohnung hat sie behalten. Denn ihren Lebensabend will sie in Berlin verbringen. „Als alter Mensch alleine in Istanbul, das wäre schwierig. Schon wegen der steilen Gassen.“

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„Ich werde nie eine Deutsche sein“ http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/07/15/ich-werde-nie-eine-deutsche-sein/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=ich-werde-nie-eine-deutsche-sein http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/07/15/ich-werde-nie-eine-deutsche-sein/#comments Mon, 15 Jul 2013 15:52:46 +0000 Barbara Bachmann http://www.reporterreisen.com/servus-bosporus/?p=1988 Dem deutschen Staat, ihrem Staat, hat sie nie vertraut. Seit der NSU-Mordserie lebt Halime Bulut in Angst. Nun überlegt sie, in ihr Geburtsland zurückzukehren. Treffen mit einer, die sich in Istanbul umsieht.

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Halime Bulut: „Der Alltagsrassismus in Deutschland nimmt zu“ (Foto: Barbara Bachmann)

Halime Bulut: „Der Alltagsrassismus in Deutschland nimmt zu“
Foto: Barbara Bachmann

Zum Beispiel in der Geschichtsstunde im Gymnasium. Der Lehrer fragt die Schüler über das Osmanische Reich aus. Er schaut Halime an, kommt auf sie zu und sagt: „Als Türkin müsstest du das doch wissen.“ Da hat die Tochter türkischer Gastarbeiter schon weit mehr als die Hälfte ihres Lebens in Köln verbracht, hat hier Lesen und Schreiben gelernt, sich das erste Mal verliebt. Heute, mehr als 20 Jahre später, sagt die 40-Jährige: „Man kann nicht beides perfekt sein. Türkisch und deutsch. Das geht einfach nicht.“ Sie sagt es fast entschuldigend. Andere Sätze klingen anklagender: „Deutschland hat es nicht geschafft, dass ich mich deutsch fühle.“

Halime Bulut heißt eigentlich anders. Sie möchte ihren Namen nicht in einem Online-Magazin lesen, weil sie befürchtet, durch ihre Äußerungen zur Zielscheibe für Rechtsradikale zu werden. Seit der NSU-Mordserie lebt sie in Angst.

Halime ist vier, als sie mit den Eltern von Anatolien nach Köln zieht. Der Vater stellt in einer Fabrik Automotoren her, die Mutter ist Hausfrau. Vier jüngere Geschwister werden geboren, zwei Schwestern und zwei Brüder. Weil die Eltern kaum Deutsch sprechen, muss Halime sie bei Amtsbesuchen begleiten. Sie erlebt dort, wie launisch Beamte die Härte des Gesetzes walten lassen. Das Bild des hilflosen Papas, der gebückten Mama, prägen die kleine Halime.

Wenige Deutsche ebnen ihr den Weg. Eine ist die Grundschullehrerin. „Sie musste meine Eltern überreden, mich ans Gymnasium zu schicken, weil kein Kind unserer Bekannten dorthin ging.“ Sie lernt fleißig, bemüht sich. So als ob sie denken würde, „wenn du gut sein willst, musst du besser sein als die Deutschen.“ Sie schafft es an die Universität, studiert Betriebswirtschaftslehre, finanziert sich ihr Studium, in dem sie beim Steuerberater arbeitet. Halime fügt sich in das deutsche System ein, ihr Leben, sagt sie, ist trotzdem keine Erfolgsgeschichte.

„Erzählungen von zu Hause wurden immer beurteilt.“ Für das, was tausende Kilometer weit entfernt in der Türkei passiert, muss sich Halime in Deutschland rechtfertigen. Warum ist es für Brüder eine Ehre, ihre Schwester zu ermorden? Ihre beste Freundin ist Afghanin. Hatice verliebt sich in Türken und Iraner. Nie in einen Deutschen. „Es kam irgendwie nicht in Frage“, sagt sie heute. Als Halime die deutsche Staatsbürgerschaft erhält, feiert sie, anders als ihre Freundinnen, nicht. „Ist doch nur ein Papier.“ Auf den türkischen Pass verzichtet sie.

Der deutsche Staat, sagt Halime Bulut, schützt die rechtsradikalen Jugendlichen

Sie lernt ihren späteren Mann kennen, einen Istanbuler, der in Maastricht lebt. Mit ihm zieht sie an das Dreiländereck nach Vaals, findet Arbeit in Aachen. Mit 36 wird sie Mutter. Seither überlegt Halime: Soll meine Tochter so aufwachsen? „Sie wird niemals eine Deutsche sein. Sie hat keinen deutschen Namen und kein deutsches Aussehen, das wird man ihr immer bewusst machen.“ Halime glaubt, dass viele Deutsche ein Problem mit selbstbewussten Migranten haben. „Der Großteil möchte, dass wir untertänig wie unsere Eltern sind.“ Sich überlegen zu fühlen sei ein typisch deutsches Gefühl. Die Deutschen, sagt sie, entscheiden alles mit dem Kopf, auch die Liebe. Gibt es denn gar nichts Positives an ihnen? „Doch. Ich schätze ihre Ehrlichkeit, Verlässlichkeit.“ Vielleicht pauschalisiere sie auch. Sie gibt dem Leben in Deutschland die Schuld dafür. Ein ehemaliger Chef sagte einmal zu ihr: „Hättest du Kopftuch getragen, ich hätte dich nicht angestellt.“

Die NSU-Mordserie hat sie noch mehr ins Grübeln gebracht. „Der Alltagsrassismus nimmt zu.“ Dass die Deutschen ihre eigene Geschichte aufgearbeitet haben, hält sie für ein Märchen. „Der deutsche Staat deckt die Rechtsradikalen“, sagt sie. „Nach dem Motto: das sind unsere frechen Jungs, die sich austoben.“ Das Wort „unsere“ betont sie. Halime fühlt sich nicht sicher in Deutschland. Daher der Gedanke, in die Türkei zurückzukehren. „Aber kann ich mich hier wieder einleben?“ Da sei doch einiges deutsch an ihr, „der Perfektionismus, die Pünktlichkeit“. An die Nagelbombe, die der NSU in der Kölner Keupstraße legte, muss sie oft denken. „Viele Male war ich dort.“ Halime will nicht denken, zum Glück ist mir nichts passiert. „Wenn jemand umkommt, weil er Türke ist, bin ich auch davon betroffen.“

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Die Kunst der alten Dinge http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/07/15/die-kunst-der-alten-dinge/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=die-kunst-der-alten-dinge http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/07/15/die-kunst-der-alten-dinge/#comments Mon, 15 Jul 2013 15:15:23 +0000 Nicole Graaf http://auf3th.de/servus-bosporus/?p=1288 Der Künstler Y. Bahadir Yıldız verarbeitet Trödel, Reste und andere gebrauchte Gegenstände zu Bildern und Skulpturen. Er sammelt sie in Fabriken, auf Märkten oder in verlassenen Häusern. Die Materialien für seine aktuelle Ausstellung hat er unter anderem in Berlin und Köln gefunden.

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Die Kunst der alten Dinge – Ein Besuch bei dem Künstler Y.Bahadir Yıldız

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