Von Kapuzinern und Sufis

Ich erreiche ihn nicht, den Sufi. Mehrmals rufe ich ihn auf seinem türkischen Handy und Festnetz an. Keine Chance. Dann doch: eine Türkin meldet sich. “Deutsch? Englisch?” Nee. Türkisch.

Sie diktiert mir eine Handynummer. Doch auf Englisch. Mit deutscher Vorwahl. Denke ich zumindest: 0046. Neun wahrscheinlich, falsch rum halt, klar. Auch da keine Antwort, den ganzen Tag nicht. Platzt meine Geschichte gerade? Kann sein. Ich bin frustriert. Erstmal Cappuccino trinken gehen. Die Sonne scheint ja endlich mal wieder.

Reutlinger Straßencafé, Milchkaffee aus dem WMF Vollautomaten. Vollidioten – warum kauft man so eine beschissene Kaffeemaschine, wenn man ein Café aufmacht? Ist doch Herzstück des Ladens. Keinen Geschmack, die Leute. Ich schweife ab. Der Sufi ruft an. Gott sei Dank. Wobei ich ihn denn in Istanbul begleiten könne, frage ich ihn. Beim Teetrinken mit alten Männern auf der Straße, in die Moschee? Komme drauf an, sagt er. Hänge vom Tag ab, vom Wetter. Davon, wieviel er arbeiten muss. Einfach mal Gottvertrauen haben, sagt er. Alles klar. Hab ich doch: Recherche beim Cappuccino. Läuft. Wir sehen uns in Istanbul.