Handystress und ein Meer aus Brot ODER Nix verstehen – Teil 1 und 2

Ruhe im Sturm: weil ich eh nix versteh. Leute geben Laute von sich, die anscheinend mit Bedeutung aufgeladen sind. Entspannend, nicht daran teilnehmen zu müssen. Bin Fremder, bin Kind, das sich in den bunten Strudel nur halbverstandener Eindrücke hineinziehen lässt.

Eine junge Frau telefoniert wütend neben mir, wird laut, es geht wohl um viel. Ich lese in den Untertiteln ihrer Mimik mit. Beziehungsstress? Wer weiß. Nix verstehen.

Auf der Kaimauer, Blick ins Hafenbecken, ein Meer aus… Brot (?!!!), alles voller Quallen, die still und transparent dahin wabern. Ein Boot von der Stadtverwaltung prescht immer wieder auf die Kaimauer zu, bremst im letzten Moment ab, nur Touris schrecken auf, ein Orangefarbener fischt mit einem langen Kescher gezielt eine einzelne Qualle aus den vielen, – warum? – sein Kumpel lässt die Turbine aufjaulen, vielleicht mit dem Ziel, möglichst viele Quallen zu zerfleddern, Istanbul von der Plage zu befreien. Wer weiß das schon, nix verstehen. Brot und Quallenreste dümpeln vor sich hin.