Da waren’s nur noch zwei

Am letzten Abend wird nochmal richtig gefeiert. Nachdem wir uns bei bestem Marmara-Fisch und dutzenden kleiner Häppchen den Bauch vollgeschlagen haben, ziehen wir weiter in das Ausgehviertel von Kadiköy. Es heißt passenderweise Moda. In den engen Gassen auf dem Hügel über dem Bosporus reihen sich die Kaffees und Kneipen aneinander.

Bis vier Uhr tanzen wir an der Theke;  zum Leidwesen der Kellner, die sich immer wieder durch den schmalen Durchgang an uns vorbeizwängen müssen und zur Belustigung der anderen Besucher. Denn die meisten stehen an ihren Tischen, trinken Bier und wippen nur ein bisschen im Takt. Mit einigen von ihnen kommen wir dann doch noch ins Gespräch. “Die Deutschen können feiern,” sagt ein junger Mann bewundernd, der mit seiner Freundin an der Theke steht.

Nur wenige Stunden später heißt es Abschied nehmen. Nicht jedoch für Friederike und mich. Für sie steht der Höhepunkt ihrer Recherche noch bevor. Aber das soll sie lieber selbst erzählen.

Für mich geht es weiter nach Izmir. Nach langem Suchen habe ich eine Istanbuler Textilfirma gefunden, die mich ihre Produktion anschauen lässt – und die sitzt leider in Izmir.

Die meisten Betriebe sind da wenig transparent. Sogar ein großer Ökohersteller hatte mir vor der Reise gesagt: “Es ist leider derzeit keiner unserer Mitarbeiter vor Ort.” Allein wollten sich mich nicht in ihre Produktionsstätte lassen. Ohne zumindest eine Fabrik von innen gesehen zu haben, bleibt für mich das Thema Textilproduktion jedoch nur Theorie.

Vor der Weiterreise nach Izmir gehen Friederike und ich noch ins Hamam. Das wird ein Kurztext für die “Ortstermine”-Rubrik. Daher will ich vorab nichts verraten. Nur so viel: nach der anstrengenden Woche bringt das Hamam sehr willkommene Entspannung.