Blauäugiges Istanbul

Das orientalische Hufeisen

Überall diese Augen. Nicht nur in Souvenirläden senden sie ihren Pupillenblick aus. Man findet sie auch an Briefkästen, über Haustüren, oder dartscheibengroß an der Wand eines Supermarkts. Was hat es mit den blauen Glasamuletten auf sich?

Ein magisches Auge neben dem Briefkasten: Damit Fluchbotschaften das Haus gar nicht erst erreichen. Foto: Jenny Becker

Ein magisches Auge neben dem Briefkasten: Damit Fluchbotschaften das Haus gar nicht erst erreichen
Foto: Jenny Becker

Schutz der Ware? Ein riesiges Glasauge an der Wand eines Supermarkts auf den Prinzeninseln. Foto: Jenny Becker

In der Einkaufsstraße von Kadıköy werden auch Tschibo-Kunden vor Unheil geschützt. Foto: Jenny Becker

Blick-Perle, Nazar boncuğu, sagen sie hier dazu. Sie soll den bösen Blick abhalten, also jegliche Geister, Flüche und schadenbringende Einflüsse zur Strecke bringen, bevor sie ins Haus gelangen. Ein orientalisches Hufeisen, sozusagen.

Nur viel eleganter. Schon weil es nicht rostig ist, sondern himmelblau. Das hat einen jahrhundertealten Grund: Im Volksglauben galten vor allem blaue Augen als furchteinflößend. Denn nur Fremde hatten diesen stechenden, hellen Blick.