Servus, Bosporus! » Making of http://reporterreisen.com/servus-bosporus Reporter reisen an den Bosporus Fri, 13 Sep 2013 19:20:44 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v=3.5.1 Wie im Film: Verfolgungsjagd im Untergrund http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/30/wie-im-film/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=wie-im-film http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/30/wie-im-film/#comments Tue, 30 Apr 2013 14:45:17 +0000 Stephanie de la Barra http://auf3th.de/servus-bosporus/?p=1386 Wie ich in Istanbul durch meine Recherchen unangenehm auffiel und verfolgt wurde. Ein Katz- und Mausspiel durch die U-Bahn-Stationen der Millionenstadt.

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Bald wird Orhanlɪ abgerissen werden

Bald wird Orhanlɪ abgerissen werden
Foto: Jenny Becker

Istanbul, 19. April 2013, halb drei Uhr nachmittags

Mit meiner Kollegin Jenny und unserer Dolmetscherin Gözde stehe ich inmitten einer Gruppe Türken. Sie reden auf uns ein, schreien, manche weinen. Der Grund: Ihre Stadt nahe des Sabiha Gökçen Flughafens soll einem gigantischen Logistikzentrum weichen.

Plötzlich ein weißer Audi neben uns. Ein Mann steigt aus, Anzug, Krawatte. Er sagt etwas auf türkisch.

„Er kennt jemanden der Baufirma TOKI“, flüstert unsere Dolmetscherin. „Und verbietet den Leuten, mit euch zu reden. Wir sollten abhauen!“

Auf dem Weg zur Busstation, wieder der weiße Audi. Zwei Straßen weiter noch einer. Oder ist es derselbe? Komm schon, sage ich mir, sei nicht komisch, du hast zu viele Agentenfilme gesehen!

Im Bus sitzt ein Mann mit schwarzer Lederjacke hinter mir, ein anderer in rotem Jackett hält sich an der Stange fest, gegenüber. Beide beobachten uns.

Wir steigen in die U-Bahn um. Die beiden hinterher. Doch, die verfolgen uns, ich bilde mir das nicht ein! Jenny glaubt mir nicht.

„Du hast echt zu viele Agentenfilme …“

„ … ja, weiß schon.“

U-Bahn Station Kartal. Rotes Jackett und schwarze Lederjacke steigen ein. Wir lassen die U-Bahn sausen. Auf dem Bahnsteig sieht ein Mann in grauer Jacke zu uns herüber. Gehört der etwa dazu? Plötzlich taucht Rotes Jackett wieder auf. Geht dicht an uns vorbei. Er muss wohl aus einem hinteren Waggon rausgesprungen sein, bevor der Zug abgefahren ist.

„Ok Stephanie, du hast Recht, wir werden verfolgt.“

Wir beschließen, eine Station mit dem nächsten Zug zu fahren und in letzter Sekunde wieder rauszuspringen. Wenn jemand uns nach springt, wissen wir bescheid.

Rattern. Die Bahn fährt ein. Abfahren, einfahren, stoppen, warten – jetzt!
Dann sind wir zu dritt auf dem Bahnsteig. Jenny, ich und graue Jacke. Hier steigt sonst niemand aus, zu abgelegen. Eine unendliche Sekunde lang starren wir uns gegenseitig auf dem menschenleeren Bahnsteig an. Dann dreht sich graue Jacke um und verschwindet Richtung Ausgang.

(Zurück im Hostel mit unserem Dozenten Philipp Maußhardt)

„Philipp, wir wurden verfolgt!“

„Das ist ja großartig. Habt ihr Fotos gemacht?“

„Nein, wir leben noch, das muss für heute reichen.“

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Schwein gehabt http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/29/schwein-gehabt/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=schwein-gehabt http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/29/schwein-gehabt/#comments Mon, 29 Apr 2013 13:49:18 +0000 Lena Schnabl http://auf3th.de/servus-bosporus/?p=1177 Wie ich den letzten Schweinemetzger Istanbuls wütend machte.

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Lazari Kozmaoğlu ist der letzte seiner Art (Foto: Lena Schnabl)

Lazari Kozmaoğlu ist der letzte seiner Art
Foto: Lena Schnabl

In einer Stunde werde ich aus dem Laden des letzten Schweinemetzgers Istanbuls stolpern, und meine Dolmetscherin wird sagen: Ich dachte, wir kommen da nicht mehr lebend raus. Alles fing harmlos an: Mit einem Besuch im holzgetäfelten Laden, Tee aus Plastikbechern und Lazari Kozmaoğlu, einem untersetzten Metzger mit schütterem Haar und buschigem Schnauzer.

Wut klingt mit, als er über das Gesetz spricht, das 2003 in der Türkei verabschiedet wurde. Cik Köfte, rohe Fleischbällchen, hatten eine Lebensmittelvergiftung ausgelöst, weil sie verdorbenes Schweinefleisch enthielten. Alle Metzger des Landes mussten sich entscheiden: Schwein oder kein Schwein. Lazari Kozmaoğlu entschied sich für Schwein und ist heute in Istanbul der letzte seiner Art.

Schwein steht für vieles in der Türkei. Es ist „das unreine Tier“, das gläubige Muslime verschmähen. Wird sein Verzehr per Gesetz eingeschränkt, bedeutet das für Leute wie Kozmaoğlu einen Rückfall in den fanatischen Islam, der Andersgläubige diskriminiert und ihre Freiheit beschneidet.

Die jüdische Frau ist eine der wenigen Kunden an diesem Nachmittag (Foto: Lena Schnabl)

Das ist also die Lage, und jetzt sitzen wir in Kozmaoğlus Laden unweit des Taksim-Platz, im Schatten einer christlich-orthodoxen Kirche. Wir blicken auf die Theke, beladen mit Mortadella, iberischem Schinken und Speck. Kozmaoğlu legt einen Stapel Visitenkarten auf den Tisch. Er will gefragt werden, wer schon alles bei ihm eingekauft hat. Er blättert die Karten durch, sieht wieder hoch. Also gut. Wer war denn alles da? Er grinst, zeigt mir Visitenkarten der Medienvertreter von BBC, Bloomberg und ZDF.

Die meiste Zeit sitzt Kozmaoğlu an dem Schreibtisch, spricht mit seinen Verkäufern und den seltenen Kunden. „Sie zum Beispiel ist Jüdin“, sagt er und deutet auf eine Frau, Mitte vierzig mit kinnlangen Haaren. „Ja, ich bin Jüdin, und ich kaufe hier Wurst“, sagt sie, die erste Kundin seit einer halben Stunde. Religiös scheint auch sie nicht zu sein.

Seine Kunden gehören keiner bestimmten Religion an. Und sie können sich Schweinefleisch leisten. Fünfzig Gramm Salami kosten hier acht Euro.

Er sagt: „Schinken!“, ich sage: „Nein, danke.“

Unser Konflikt entzündet sich, als ich eröffne, dass ich allergisch auf Schweinefleisch reagiere. Ich berühre Schweinewurst nicht einmal. Wenn sie auf Käse liegt, esse ich den Käse nicht. Ein Tick, der sich aus Selbstschutz entwickelt hat.

Auch Kozmaoğlu scheint eine Art Selbstschutz entwickelt zu haben. Wer Schwein ablehnt, lehnt ihn ab.

Er schneidet ein paar Scheiben Schinken ab, hält sie mir unter die Nase. Er sagt: „Schinken!“, ich sage: „Nein, danke.“

Kozmaoğlu lässt sich auf den Stuhl fallen und grollt. Den Geruch von Salami und Schinken in der Nase ringe ich um einen Kompromiss und frage, ob ich meinen Kollegen etwas Wurst mitbringen dürfte. Er schießt die Augen und nickt bedächtig. Ich wäge mich fast in Sicherheit, als er sagt: „Ich bereue, dass ich mit Ihnen spreche. Weil Sie nichts essen.“

Immerhin erklärt er sich bereit, den Raum zu zeigen, in dem seine Würste entstehen. Ich sehe die Angst in den Augen meiner Dolmetscherin, die zu denken scheint: Da liegen scharfe Messer herum, und dieser Mann ist sauer auf dich. Drinnen fällt mein Blick auf dicke, armlange Würste, die unter einem Eisengestell hängen; dann auf einen Edelstahltisch, über den blutrote Häufchen verstreut sind. „Paprikagewürz“, sagt Kozmaoğlu.

Zurück im Verkaufsraum will ich mich für das Gespräch bedanken, aber Kozmaoğlu, sucht auf seinem Computer ein Foto, das die türkischen Zeitung „HaberVesaire“ zum Osterfest 2007 veröffentlicht hat. Es zeigt Lazari Kozmaoğlu, der ein Spanferkel auf den Armen wiegt. Und glücklich ist.

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Türkische Gastfreundschaft http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/27/tuerkische-gastfreundschaft/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=tuerkische-gastfreundschaft http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/27/tuerkische-gastfreundschaft/#comments Sat, 27 Apr 2013 17:32:54 +0000 Nicole Graaf http://www.reporterreisen.com/servus-bosporus/?p=505 Nach dem Hamambesuch schlendern Friederike und ich noch ein wenig durch die Gassen. Das Viertel hat sich auf Hochzeitsmode und Inneneinrichtung spezialisiert. Die Geschäfte scheinen sich bei den Hochzeitskleidern gegenseitig übertrumpfen zu wollen mit Spitzen, Glitzersteinen, Tüll und Seide.

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In einem Fenster ist ein opulentes Schlafzimmer ausgestellt, wie gemacht für eine Hochzeitsnacht. Alles in Gold, das Bett mit einem dramatisch geschwungenen Gestell. Die Kissen und Decken mit Tüll und Schleifen drapiert.

“Schön, nicht?”, fragt plötzlich eine Mädchenstimme auf deutsch. Hinter uns steht eine Studentin mit ihrer Familie: Mutter, Tante und Cousin. Emine ist 18 und studiert Medizin und Deutsch. Eine ihrer Verwandten wohnt in Stuttgart. Dort möchte sie gern zum Austauschsemster hin.

Ihre Tante, eine kleine runde Frau, die immer zu lachen scheint, ist völlig begeistert von uns, klemmt uns unter den Arm und lädt uns zum Essen nach Hause ein. Wiederspruch zwecklos.

Eine halbe Stunde später sitzen wir in ausladenden weißen Polstersesseln. Das Wohnzimmer ist von ähnlichem Stil wie das Schlafzimmer im Schaufenster, nur in weiß. Die Tante führt uns durch die ganze Wohnung, Bad, Küche, Schlafzimmer, Kinderzimmer mit Stockbett aus Holz und einem Schreibtisch. “Hier habe ich meine drei Kinder großgezogen,” sagt sie stolz. “Es ist klein, aber ich habe mir viel Mühe gegeben.”

Das Zimmer sei jederzeit für uns frei, wenn wir nach Istanbul kommen, sagt sie. Muhammet, ihr Sohn und Emines Cousin, entschuldigt sich für die Überschwänglichkeit seiner Mutter. “Sie freut sich immer so, wenn Besuch da ist. Sie muss einfach immer Leute einladen,” sagt er. Sie habe Freunde aus Frankreich und Deutschland, auch wenn sie sich gar nicht mit ihnen unterhalten könne, denn sie spricht nur Türkisch. Er selbst kann fließend Englisch und lernt gerade Chinesisch.

Es dauert nicht lange, da stehen gekochte Kichererbsen und Kartoffelcurry, Börek, Köfte, Yoghurtdip, Süßspeisen und jede Menge Simit auf dem Tisch. Emines Tante feuert uns immer wieder zum Essen an, dabei hatten wir uns vorher schon in einer Bäckerei durch das Baklava-Sortiment geschlemmt.

Emine erzählt von ihrem Studium und dass sie gern Ärztin werden möchte. Und sie beschwert sich über ihren Cousin, der sich immer bedienen und von ihr Tee nachschenken lässt. “Wir Frauen arbeiten zu viel,” sagt sie und schaut ihn ein wenig vorwurfsvoll an. “So ist es Tradition in unserer Familie,” entgegnet er und grinst nur.

Muhammet ist Offiziersanwärter bei der Polizei. Er schärft uns ein, niemandem in der Tükei zu vertrauen und mit niemandem mitzugehen. “Es gibt viele schlechte Leute hier,” sagt er. Wir nicken, aber freuen uns innerlich, in diesem Fall alle guten Ratschläge in den Wind geschlagen zu haben.

Zum Abschied schenkt Emines Tante uns je ein paar Socken, eine Platiskrose und eine Tube Handcreme und heisst uns unbedingt wieder zu kommen, wenn wir wieder in Istanbul sind. Wir wissen immer noch kaum wie uns geschieht und bedanken uns mit viel Händeschütteln und Wangenküssen.

Einen herzlicheren Abschied von dieser wundervolen Stadt kann man sich kaum vorstellen.

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Da waren’s nur noch zwei http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/27/da-warens-nur-noch-zwei/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=da-warens-nur-noch-zwei http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/27/da-warens-nur-noch-zwei/#comments Sat, 27 Apr 2013 16:59:52 +0000 Nicole Graaf http://www.reporterreisen.com/servus-bosporus/?p=503 Am letzten Abend wird nochmal richtig gefeiert. Nachdem wir uns bei bestem Marmara-Fisch und dutzenden kleiner Häppchen den Bauch vollgeschlagen haben, ziehen wir weiter in das Ausgehviertel von Kadiköy. Es heißt passenderweise Moda. In den engen Gassen auf dem Hügel über dem Bosporus reihen sich die Kaffees und Kneipen aneinander.

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Bis vier Uhr tanzen wir an der Theke;  zum Leidwesen der Kellner, die sich immer wieder durch den schmalen Durchgang an uns vorbeizwängen müssen und zur Belustigung der anderen Besucher. Denn die meisten stehen an ihren Tischen, trinken Bier und wippen nur ein bisschen im Takt. Mit einigen von ihnen kommen wir dann doch noch ins Gespräch. “Die Deutschen können feiern,” sagt ein junger Mann bewundernd, der mit seiner Freundin an der Theke steht.

Nur wenige Stunden später heißt es Abschied nehmen. Nicht jedoch für Friederike und mich. Für sie steht der Höhepunkt ihrer Recherche noch bevor. Aber das soll sie lieber selbst erzählen.

Für mich geht es weiter nach Izmir. Nach langem Suchen habe ich eine Istanbuler Textilfirma gefunden, die mich ihre Produktion anschauen lässt – und die sitzt leider in Izmir.

Die meisten Betriebe sind da wenig transparent. Sogar ein großer Ökohersteller hatte mir vor der Reise gesagt: “Es ist leider derzeit keiner unserer Mitarbeiter vor Ort.” Allein wollten sich mich nicht in ihre Produktionsstätte lassen. Ohne zumindest eine Fabrik von innen gesehen zu haben, bleibt für mich das Thema Textilproduktion jedoch nur Theorie.

Vor der Weiterreise nach Izmir gehen Friederike und ich noch ins Hamam. Das wird ein Kurztext für die “Ortstermine”-Rubrik. Daher will ich vorab nichts verraten. Nur so viel: nach der anstrengenden Woche bringt das Hamam sehr willkommene Entspannung.

 

 

 

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Selamlar, meslektaslar! http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/23/selamlar-meslektaslar/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=selamlar-meslektaslar http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/23/selamlar-meslektaslar/#comments Tue, 23 Apr 2013 08:31:10 +0000 Friederike Mayer http://www.reporterreisen.com/servus-bosporus/?p=499 Liebe Kollegen in Almanya, alles Gute zum Ulusal Egemenlik ve Çocuk Bayramı, dem Tag der Nationalen Souveränität und des Kindes!

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Hier im Hostel ist von nationaler Souveränität zwar nicht viel zu merken, von den Kindern dafür umso mehr. Die haben nämlich nicht etwa frei heute, in der Schule nebenan wird der Tag seit dem frühen Morgen mit angemessener Würde zelebriert. Das bedeutet: Jedes Kind bekommt einmal das Mikrofon in die Hand und darf bedeutende Sätze für die Republik hinein brüllen. Wahrscheinlich auch darüber, wie sehr Atatürk die Kinder liebte. Eigene hatte er nicht, adoptierte aber mehrere. Auch die armenische Waise Sabiha Gökçen, deren Eltern Opfer des Genozids wurden und sie selbst erste Kampfpilotin der Welt (ihre Herkunft spricht man auch heute besser nicht an, es sei denn man möchte eine Ich-Geschichte aus einem türkischen Gefängnis schreiben).

Untermalt werden die Feierlichkeiten nebenan von einer großen musikalischen Bandbreite, von osmanischen Flötenklängen bis hin zum Radetzkymarsch, ein Ohrenschmaus vom feinsten, der zumindest die Katzen verjagt.

Was bleibt noch zu sagen? Ach ja, das Wetter heute feiert mit: Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und langersehnte Wärme….

Yakında görüşmek üzere, ihr Lieben!

 

 

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Spurensuche http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/23/spurensuche/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=spurensuche http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/23/spurensuche/#comments Tue, 23 Apr 2013 07:21:05 +0000 Friederike Mayer http://www.reporterreisen.com/servus-bosporus/?p=429 Es ist schwer, über jemanden schreiben zu wollen, den man nicht sehen kann. Mit dem man nicht sprechen darf, nichts fragen, nicht sehen, wie er antwortet, wann er lächelt, was er wie erzählt. Wenn dieser Mensch in einem Hochsicherheitsgefängnis sitzt, ist man angewiesen auf die Erinnerungen anderer Menschen. Derer, die ihn kennen.

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Es ist ein mühsam zusammengesetztes Mosaik aus fremden Erinnerungen und Gedanken, immer gefärbt von der eigenen Sicht auf die Welt, von der Übersetzung aus dem türkischen.

Der Prozess gegen 46 türkische Journalisten wurde gestern fortgesetzt. Ungefähr 80 Kilometer entfernt von Istanbul, in Silivri, Europas größtem Gefängnis. Über 10.000 Menschen sitzen hier in Haft – Silivri ist nicht einfach ein Gefängnis, es ist eine Kleinstadt. Im Schatten einer Delegation belgischer Parlamentarier bin ich in den Gerichtssaal gekommen, ein schäbiger, kleiner Raum; kaum angemessen der Tragweite dieses Verfahrens. Dieser Prozess ist politisch, jeder der Besucher, der Verwandten und Freunde, der Anwälte und türkischen Journalisten sagt das. Vor Beginn des Prozesses stehen alle dichtgedrängt an der Absperrung, winken und rufen über die Wärter ihren Freunden zu, es ist bewegend das zu sehen; das Zeichen: Wir sind da, ihr seid nicht allein.

Es ist das erste Mal, das ich Hüseyin Deniz sehe, wie er dasteht und lächelt, seiner Schwester und seinen Freunden zuwinkt. Kurz nur, denn dann beginnt der Prozess. Oder besser gesagt: Er wird fortgesetzt, mit der Verlesung der Anklageschrift, 800 Seiten lang. Heute wird sie, nach drei Prozessterminen, endlich beendet werden.

Es ist schwer, über jemanden schreiben zu wollen, den man nicht sehen kann. Es ist fast noch schwerer, über jemanden zu schreiben, den man nur einmal, nur kurz gesehen hat. Sein ehemaliger Zellengenosse erzählt von ihm und der Zeit zusammen. Und doch, mir fehlt so viel. Wenn man Geschichten rekonstruieren will, dann gibt es immer ein Mehr. Mehr zu wissen, genauer, so viele Details, wie genau war es, ganz genau? Je näher ich komme, desto ferner fühle ich mich, verwirrter. Was habe ich vergessen? In der Pausenzeit zu fragen, zwischendurch nachzuhaken? Wen hätte ich noch fragen können, was ist alles verloren gegangen?

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Istanbul ist in mir http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/22/istanbul-ist-in-mir/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=istanbul-ist-in-mir http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/22/istanbul-ist-in-mir/#comments Mon, 22 Apr 2013 16:02:26 +0000 Barbara Bachmann http://www.reporterreisen.com/servus-bosporus/?p=486 Istanbul dayim. Ich bin in Istanbul. Das wollte ich lernen, im Türkisch-Crash-Kurs wenige Tage vor Abreise. Stattdessen sagte ich: Istanbul bende.

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Istanbul bende. Istanbul ist in mir.

Eigentlich viel schöner. Und treffender (nicht nur, weil ich heute Mittag die letzten Minigurken verspeiste).

Tübingen dayim. Istanbul bende.

 

Mercan Dede: Istanbul

http://www.youtube.com/watch?v=o2q2uayQlSk

 

 

 

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Schnappschüsse: Menschen in Istanbul http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/22/schnappschuesse-menschen-in-istanbul/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=schnappschuesse-menschen-in-istanbul http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/22/schnappschuesse-menschen-in-istanbul/#comments Mon, 22 Apr 2013 10:20:42 +0000 Ariana Zustra http://www.reporterreisen.com/servus-bosporus/?p=484 Ohne Worte

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Foto: Ariana Zustra

Foto: Ariana Zustra

Foto: Ariana Zustra

Foto: Ariana Zustra

Foto: Ariana Zustra

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Unordnung ist das ganze Leben http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/21/unordnung-ist-das-ganze-leben/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=unordnung-ist-das-ganze-leben http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/21/unordnung-ist-das-ganze-leben/#comments Sun, 21 Apr 2013 15:53:34 +0000 Ariana Zustra http://www.reporterreisen.com/servus-bosporus/?p=471 17.34 Uhr. Seit viereinhalb Stunden wieder in Deutschland. Zwischenstand: Ich vermisse Istanbul. Dabei war mein erster Eindruck: Zu laut, zu voll, zu unordentlich.

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Nun blicke ich hier aus dem Fenster und sehne mich nach der Magie, der Energie, dem Bunten. Der gestrige Abend begann in einem schicken Restaurant am Meer beim gemeinsamen Abschlussessen, und endete für einige in einer Tanzbar. Die Simmung war berauschend: Fremde waren Freunde, jeder zugewandt, die Musik knipste ein inneres Licht an, in der Luft die Lust, da zu sein. Istanbul ist ein Sog, und ich bin angefixt. Und Tübingen? Zu leise, zu leer, zu ordentlich.

 

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Die Weisheit der Sticker http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/19/die-weisheit-der-sticker/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=die-weisheit-der-sticker http://reporterreisen.com/servus-bosporus/2013/04/19/die-weisheit-der-sticker/#comments Fri, 19 Apr 2013 20:41:46 +0000 Jenny Becker http://www.reporterreisen.com/servus-bosporus/?p=466 Das beste Fazit nach tagelanger Recherche klebt direkt vor meiner Nase - an der Bar in unserem Hostel.

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Kunst ist super

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