die straße rauf, beim baum rechts abbiegen, dann noch ein stückchen, da steht es. blaue farbe auf grauer häuserwand. ich starre es an. ganz langsam lese ich.
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Unterm Trümmerhaufen
Er dreht einen Kurzfilm. Ich kann vorbei kommen. Die Wegbeschreibung per E-Mail klang geheimnisvoll und kompliziert: Hauptstraße, imposantes Botschaftsgebäude, gegenüber ein Köfteladen, rechts eine kleine Gasse, dahinter ein Restaurant, daneben ein Fahrstuhl, zweiter Stock, rechte Tür, klingeln.
Verscherbelte Kindheit
Alte Frauen schleichen noch nachts durch die dahinströmenden Massen, verkaufen Papiertaschentücher; verscherbeln Kindheit auf den Strassen, um kaum mehr als nichts zu verdienen.
Istanbul vibration
Es knattert, es brummt, die Stadt bumst mich durch.
Gegensätze ziehen sich an
Hupen. Fluchen. Schreien, um sich zu unterhalten. Erster Tag Sommer, dritter Tag Herbst. Blinder Taschentuchverkäufer in der Shopping-Meile. Alte Frau mit Kopftuch, junge Frau mit Overknee-Stiefeln.
Serienalltag und die Osmanische Ohrfeige
Einen Termin auf der asiatischen Seite, das klingt fast wie um die Ecke. Denkfehler! Fast zwei Stunden juckeln der Fotograf, Dolmetscher und ich heute morgen im Bus gen Norden nach Beykoz.
Schnell, schnell
Hätte ich mir doch nur einen Stadtplan gekauft. Bisher hat alles gut geklappt. Mit meinem Laptop Google-Maps die Strecke berechnen lassen, ausdrucken und los geht’s. Einmal quer durch die Stadt, zu Fuß. Ich mag das.
Muffins, Kunst und eine Prise Salz
Kaum da und der mentale Speicher ist schon ordentlich voll. Die erste Nacht im 6er Zimmer: Mein Doppelstockbett-Partner rüttelt nachts am Bettgestell, dass meine, ich läge in einer Kajüte bei mittelschwerem Seegang.
Was für eine Stadt!
Istanbul begrüsst uns am ersten Tag mit Sonne und fast 25 Grad. Und die Menschen begegnen mit einer Freundlichkeit und Gastfreundschaft, die umhaut.
Völlig gestresst – unerklärlich entspannt
Wenn die Büsche lila blühen, wenn die Möwen über den Bussen kreisen, wenn Granatäpfel in den Geschäften liegen und die Minarette grün die Nacht durchstechen, dann weißt du, du bist in Istanbul!
Nicht Byzantion
Ohrwurmgarantie.
Grünes Istanbul
Istanbul hat viele Farben: Das Blau des Marmarameer, das Rot der Nationalflaggen oder das Ocker der Fassaden. Nur grün ist in der Stadt relativ wenig. Und das, was noch grün ist, fällt mehr und mehr dem Bauboom zum Opfer.
Meeresglitzern
Ein Gedicht.
Das Viertel Tarlabasi: Arme raus, Reiche rein
Seit Jahrzehnten ist es das Zuhause von Kurden, Roma, Transvestiten und Outlaws. Doch wie in vielen Metropolen, geht auch im bunten Istanbuler Viertel Tarlabasi das Gespenst namens Gentrifizierung um.
Zwischen den Erdplatten
Erdbebenforscher sind immer unterwegs. Ein Deutscher fliegt für einen Tag nach Istanbul, ist aber zu beschäftigt mich zu treffen.
Termine machen auf türkisch
Gut eine Woche vor Abreise saß ich bei einem Bekannten in Köln, der aus Istanbul stammt. Er hatte mir ein paar Infos und Kontakte zu versprochen. Zu meinem Hauptthema Textilwirtschaft hatte ich noch sehr wenig.
Deutsche Euphemismen
Die türkische Sprache kennt das Wort Gastarbeiter nicht. Man ist entweder Gast oder Arbeiter. Gäste arbeiten nicht. Deshalb sind es ja Gäste.
Brezeln am Bosporus
Bei dem Gedanken an meinen kulinarischen Wunschzettel für Istanbul läuft mir jetzt schon das Wasser im Mund zusammen: Dampfende, goldgelb knusprige Blätterteigrollen, gefüllt mit Kartoffeln oder Spinat, gegrillte Maiskolben vom Straßenstand...
Gazeteci? Terörist!
Den Protagonisten meiner Geschichte werde ich nicht treffen; er sitzt in Untersuchungshaft, seit zwei Jahren schon. Wie die meisten der rund 40 Journalisten, die mit ihm angeklagt sind, hatte er über kurdische Themen geschrieben.
Kein Anschluss unter dieser Nummer
Ich will diesen ,Erdbeben-Notfallplan für Deutsche‘ des Istanbuler Generalkonsulats sehen.








